Wenn Zusammenarbeit Wirkung zeigt: Zwei Tage für lebendige Gewässer
Gemeinsam anpacken für mehr Durchgängigkeit und lebendige Gewässer
Viele sprechen über ökologische Gewässerunterhaltung – in Kelheim wird sie umgesetzt. Zwei Tage lang arbeiten Fachleute, Kommunen und Praktikerinnen sowie Praktiker gemeinsam am und im Bach. Im Mittelpunkt steht dabei auch ein zentrales Ziel: Barrieren abbauen und Gewässer wieder durchgängig machen.
Das Ziel der Schulung: Wissen nicht nur theoretisch vermitteln, sondern das gelernte gleich direkt anwenden. Denn klar ist – Veränderung entsteht dort, wo Menschen gemeinsam ins Handeln kommen.
Die Idee für die Schulung entsteht im Austausch. Beim Gewässernachbarschaftstag wird deutlich, wie groß das Potenzial für ökologische Verbesserungen ist.
Erste Gedanken nehmen Form an: Warum Maßnahmen nicht größer denken? Warum nicht gemeinsam anpacken? Auch der Rückbau von Querbauwerken wie Sohlschwellen und -rampen rückt dabei in den Fokus.
Aus diesen Gesprächen entwickelt sich Schritt für Schritt ein konkretes Format – getragen von engagierten Akteuren, die die Idee weiterverfolgen und möglich machen.
Starke Partnerschaften als Grundlage für wirksame Gewässerentwicklung
Dass die Schulung stattfinden kann, ist kein Zufall. Gemeinden wie Biburg und Elsendorf, ihre Bauhöfe, das Wasserwirtschaftsamt Landshut, das Projekt Fluss.Frei.Raum, der Landschaftspflegeverband, die Gewässernachbarschaftsberatung sowie weitere fachliche Partner arbeiten eng zusammen.
Schulungsgewässer werden ausgelotet, Wissen gebündelt, Maßnahmen abgestimmt. Auch das Netzwerk von Fluss.Frei.Raum trägt dazu bei, Akteure zu verbinden, Impulse aufzunehmen und Formate wie dieses mit anzustoßen. Alle bringen die eigene Perspektive sowie Fachwissen ein – und genau darin liegt die Stärke. Das Projekt zeigt: Gute Gewässerentwicklung ist Teamarbeit.
Der erste Tag verbindet Verstehen und Umsetzung. Bei der Exkursion wird der Ausgangszustand am Gewässer sichtbar – auch bestehende Barrieren wie Sohlrampen werden in den Blick genommen. Im anschließenden Theorieteil werden ökologische, rechtliche und wasserwirtschaftliche Grundlagen vermittelt.
Doch dabei bleibt es nicht: Am Nachmittag geht es direkt in die Praxis an ein Gewässer 3. Ordnung. Erste Rückbauten beginnen, insgesamt werden im Verlauf der Schulung zwei Abstürze bzw. Sohlrampen zurückgebaut und ein Durchlass durchgängig gestaltet. Strukturen werden verändert, Ansätze ausprobiert. Aus Wissen wird Handlung.
Konkrete Maßnahmen mit großer Wirkung für mehr Struktur und Durchgängigkeit
Am zweiten Tag wird weitergebaut. An der Abens und weiteren Abschnitten werden die begonnenen Maßnahmen fortgeführt. Der Rückbau der Abstürze ist dabei ein zentraler Bestandteil: Durchgängigkeit wird verbessert, Lebensräume wieder vernetzt. Ergänzend werden Ufer naturnah gesichert, neue Strukturen für mehr Strömungsvielfalt geschaffen. Unterschiedliche Bauweisen kommen zum Einsatz – von Faschinen bis zur gezielten Gestaltung der Uferbereiche. Viele kleine Eingriffe, die zusammen eine große Wirkung entfalten.
Warum solche Formate so wichtig sind, zeigt auch die Perspektive aus der Praxis:
Interview mit Katharina Amann, Landesfischereiverband Bayern
Warum sind solche Schulungen wichtig?
Weil sie Sicherheit geben. Viele wissen theoretisch, was möglich ist oder haben Ideen wo und wie was umgesetzt werden kann – aber erst in der Praxis also im tatsächlichen Tun entsteht das Vertrauen und die Sicherheit Maßnahmen auch wirklich umzusetzen. Genau das nehmen die Teilnehmenden hier mit.
Was macht diese Schulung besonders?
Die enge Zusammenarbeit. Hier kommen ganz unterschiedliche Akteure zusammen – und arbeiten wirklich gemeinsam vor Ort. Das schafft ein ganz anderes Verständnis füreinander und für die Maßnahmen.
Was wünschst du dir für die Zukunft?
Dass solche Formate öfter stattfinden – und dass die Beteiligten die Erfahrungen nutzen, um Maßnahmen eigenständig weiterzuführen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da.
Am Ende wird sichtbar, was Zusammenarbeit leisten kann. Erste Veränderungen am Gewässer sind erkennbar – dort, wo Barrieren zurückgebaut wurden, entstehen wieder durchgängige Lebensräume. Erfahrungen werden geteilt, Ideen weitergedacht. Die Schulung ist kein Abschluss, sondern ein Anfang. Denn lebendige Gewässer entstehen dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – gemeinsam.