Mitternachmühle an der Mitternacher Ohe
– Stand April 2025 –
Im Rahmen eines Renaturierungsprojektes an der Mitternacher Ohe kaufte der Landesfischereiverband Bayern e.V. ab 2001 sukzessive die Wasserrechte an den drei vorhandenen Wasserkraftwerken auf und baute die Stauanlagen zunächst an der Zehrer Mühle und dann an der Hiaslmühle zurück.
Am 10. Oktober 2013 wurde die letzte von drei Stauanlagen in der Mitternacher Ohe durch den Landesfischereiverband Bayern e.V. zurückgebaut: Das Stauwehr des Kraftwerks Mitternachmühle, an dem bis dato die Fischwanderung endete, wurde abgerissen. Den Anstoß gab der örtliche Kreisfischereiverein Grafenau e.V. und das Referat für Fischerei, Gewässer- und Naturschutz des Landesfischereiverbands Bayern e.V. entwickelte und koordinierte das Projekt maßgeblich. Für den erfolgreichen Abschluss war eine intensive Einbindung von Behörden, Gemeinden, Verbänden, Vereinen und Anliegern erforderlich. Die Gesamtkosten von etwa 130.000 € wurden durch die Fischereiabgabe des Landesfischereiverbands Bayern gefördert.
Rückbau der Stauanlage „Mitternachmühle" und der Mitternacher Ohe im Jahr 2013.
Renaturierte Mitternacher Ohe zehn Jahre nach dem Rückbau der Stauanlage „Mitternachmühle“.
Erfolge und Ergebnisse
Durch das Projekt wurden bundesweit erstmalig sämtliche Querverbauungen innerhalb eines Fließgewässers II. Ordnung von der Quelle bis zur Mündung auf einer Länge von 17 km beseitigt. Das Projekt erfüllt in hohem Umfang zentrale Maßgaben von EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie von NATURA 2000. Von den Maßnahmen profitieren europarechtlich relevante Gewässerorganismen, die vor allem in Bayern vorkommen und für die das Bundesland daher bundes- sowie europaweit eine besondere Verantwortung besitzt.
Die Durchgängigkeit kommt insbesondere den Fischarten Huchen (Hucho hucho), dem Donauneunauge (Eudontomyzon mariae) und der Bachforelle (Salmo trutta) sowie der heimischen Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera) zugute. Zur weiteren Aufwertung wurden lokale Begleitmaßnahmen durchgeführt, die die das Angebot an Lebensräumen beispielsweise auch für Amphibien und Libellen verbessern.
Herausforderungen bei diesem Projekt
Beim Rückbau des letzten Querbauwerks gab es zahlreiche Interessen in Einklang zu bringen. So wurde von der oberen Naturschutzbehörde Ausgleichsflächen für die durch den Rückbau der Wehranlage verlorene Wasserfläche des künstlichen Mühlkanals gefordert. Die Gemeinde Schönberg wiederum war bereit, in ihrem Eigentum befindliche Flächen zur Verfügung zu stellen, wenn die Ausgleichsmaßnahmen so umfangreich durchgeführt würden, dass sie sich positiv auf das Ökokonto der Gemeinde auswirken würden. Nach vielen konstruktiven Gesprächen und Verhandlungen konnte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, die alle Beteiligten zufrieden stellte.
Fragen zum Projekt?
Kontaktieren Sie uns gerne bei Fragen zu den Hintergründen des hier skizzierten Projekts an der Mitternacher Ohe. In der Liste häufig gestellter Fragen /FAQ finden Sie vom einzelnen Standort unabhängige Informationen.
Katharina Amann
Landesfischereiverband Bayern e.V.
Katharina.Amann@lfvbayern.de
089 642726-46