Wehrrückbau an der Weiler Mühle

Eine Erfolgsgeschichte für Mensch und Natur

Wehrrückbau an der Weiler Mühle

Die Weiler Mühle am Hühnerbach war einst ein Ort der Energiegewinnung – heute ist sie ein Symbol für naturnahe Gewässer. Dank engagierter Menschen und starker Zusammenarbeit wurde das alte Wehr zurück gebaut, sodass der Bach wieder frei fließen kann. Ein Gewinn für Natur, Fischwelt und die Region!

Ein Vorbild für den Gewässerschutz

Einst mahlte die Weiler Mühle am Hühnerbach Mehl, später erzeugte eine Turbine Strom. Doch die Kleinstwasserkraftanlage war unrentabel, der Betrieb aufwändig. 2023 fiel die Entscheidung: Die Anlage wird stillgelegt und das Wehr rückgebaut – ein mutiger Schritt für die Natur. Durch das Engagement des ehemaligen Betreibers, des Wasser- und Bodenverbands Bidingen und mit Unterstützung des WWF Deutschland konnte das Projekt umgesetzt werden. Heute fließt der Hühnerbach auf rund drei Kilometern wieder frei.

Der Wendepunkt: Abschied von der Weiler Mühle

Stephan Huber-Hinrichs liebte seine Mühle – doch wirtschaftlich war sie nie. „Es war ein schönes, aber teures Hobby, die teuerste Modelleisenbahn der Welt“, erzählt er mit einem Schmunzeln. In den immer trockeneren Jahren ab 2018 sank die Stromproduktion, während der Wartungsaufwand stieg. Als die Behörden den Umbau zur Durchgängigkeit forderten, stand er mit seiner Frau vor einer Entscheidung: Sanierung oder Rückbau? Sie entschieden sich für den natürlichen Weg. „Wir wollten einen Beitrag zum Gewässerschutz leisten.“

Natürliche Flussläufe fördern die Artenvielfalt

Wehre stauen das Wasser, unterbrechen Wanderwege für Fische und verändern ökologische Prozesse. Durch den Rückbau gewinnen Flüsse ihre Dynamik zurück, Sedimente können wieder natürlich transportiert werden, und die Fischfauna profitiert von neuen Lebensräumen. „Mit dem Abschluss dieser Maßnahme erhalten wir ein richtiges Stück Fließgewässer zurück“, sagt Christian Witt, Fischereifachberater für Schwaben.

Von der Idee zur Umsetzung: Ein Kraftakt mit Bagger und Verstand

Nach der Entscheidung begann die eigentliche Arbeit. Das Wehr lag in der Verantwortung des Wasser- und Bodenverbands Hühnerbach, dessen neue Geschäftsführerin Carolin Friedberger sich der Aufgabe annahm.

Dank des WWF Flussbefreier-Wettbewerbs, finanziert durch die Deutsche Postcode Lotterie, erhielt das Projekt 30.000 Euro Förderung. Es folgten Planungen, Abstimmungen mit Naturschutz- und Wasserwirtschaftsbehörden sowie logistische Herausforderungen.

Im Sommer 2024 rückte der Bagger an. Das Wehr wurde entfernt, der Bachlauf mit natürlichen Riegeln versehen, um die Strömung zu bremsen und eine Abflussrinne für Trockenzeiten zu formen. Die Weiler Mühle wich einer renaturierten Aue.

Ausblick: Ein Bach kehrt zurück in sein natürliches Bett

„Wir sind froh, die Last des Unterhalts nicht mehr tragen zu müssen, und freuen uns, dass das Leben in den Hühnerbach zurückkehrt“, resümiert Stephan Huber-Hinrichs.

Doch das Projekt endet nicht mit dem Abriss des Wehrs. Die Gemeinde Bidingen plant weitere ökologische Aufwertungen: „Wir werden Totholz und Raubäume einbringen, um die Strukturvielfalt des Bachs zu erhöhen“, kündigt Bidingens Bürgermeister Franz Martin an.

Die Weiler Mühle zeigt: Wehrrückbauten sind kein Verlust, sondern ein Gewinn – für die Natur und für uns alle.

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