KlimaresilienteBÄCHE UND FLÜSSE
IN BAYERN

93339 Riedenburg
22.06.2026 - 10:00 Uhr - 15:30 Uhr
Bach-Kümmerer Schulung - Werde Teil des Netzwerks!
Weitere Infos

Die Lebensräume zahlreicher wassergebundener Tier- und Pflanzenarten sind bedroht, da der Mensch die Fließgewässer staut, begradigt und verschmutzt. Das gilt auch im „Wasserland Bayern“ mit seinem 100.000 Kilometer langen Gewässernetz.

Zur Lage in Bayern

 

Das Projekt Fluss.Frei.Raum wird gemeinsam von WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Bayerischer Kanu-Verband und Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld umgesetzt. Die Organisationen bündeln ihre Expertise und ihr Engagement, um gemeinsam mit weiteren Partnern für eine ökologische Zukunft der Bäche und Flüsse zu kämpfen.

Welche Unterschiede macht eine Renaturierung
in Bächen und Flüssen

Vor dem
 Rückbau
Nach dem 
Rückbau

Versperrter Weg: ​aufwärts für Fische, ​abwärts für Kies

Bereits niedrige Abstürze ab 15-20cm sind für kleinere Fische zu hoch zum Hinaufspringen und unterbrechen wichtige Wanderwege. ​ Größere Barrieren halten Sedimente zurück, die bachabwärts neue Lebensräume schaffen.

Verlust an ​Lebensraumqualität in aufgestautem Wasser​

​Stehendes Wasser erwärmt sich schneller, wärmeres Wasser enthält weniger Sauerstoff. Schlamm lagert sich in stehendem Wasser am Bachgrund ab, geeignete Orte zur gesunden Entwicklung der Eier sowie die „Kinderstube“ der im Kies laichenden Fische entfällt. Die Selbstreinigungskraft des Bachs schwindet.

Sicherheitsrisiko ​durch marode Querbauwerke​

Viele Stau-Bauwerke sind nicht mehr in Nutzung und marode, die Standsicherheit oft fraglich. Alte Wehre müssen bei Hochwasser teils handbetrieben und schnell geöffnet werden - eine Belastung für die Verantwortlichen und ein Risiko für Anlieger.

Begrenzte Anpassungsoptionen an Klimaextreme​

Einheitliche und wenig vernetzte Lebensräume sind riskant: es mangelt an Möglichkeiten, Orte zu erreichen, die ein Überleben in Stresszeiten ermöglichen. Isolierte Populationen sterben schneller aus. Bäche ohne Eigendynamik verarmen an Strukturvielfalt und Lebensräumen. ​

Verbaute Bäche​ ohne Zugang ​für die Menschen

An vielen Querbauwerken sind die Ufer mit Mauern gesichert. An solchen Stellen ist der Bach nicht mit der umgebenden Aue vernetzt - und oft auch kein Ort, an dem Menschen das Wasser genießen können.​

Freier Weg: ​ aufwärts für Fische, ​ abwärts für Kies

Werden funktionslose Barrieren entfernt, können Fische wieder uneingeschränkt bachaufwärts wandern. Wo größere Barrieren verschwinden, bringen höhere Wassermengen im Fluss wieder Nachschub an Steinen und Kies als Baustoff für dynamische Lebensräume bachabwärts.

Luft zum Leben und​ Raum zum Laichen ​in fließendem Wasser

Fließendes Wasser bleibt kühler und kann mehr des lebenswichtigen Sauerstoffs halten. ​ Ohne stauende Barrieren werden Feinsedimente weitergespült, im Kies-Lücken-System kann der Fischlaich wieder gedeihen und in flachen Uferbereichen aufwachsen.​

Keine Gefahr ​durch marode Querbauwerke

Wird marode Infrastruktur entfernt, kann sie bei Hochwasser keinen Schaden mehr anrichten. Auch die Gefahr durch Verklausung und unbeabsichtiges Aufstauen ist gebannt.​

Höhere Widerstandskraft​ im Klimawandel

Lebensraumvernetzung ist Risikovorsorge: Fische erreichen in heißen Sommern Laichplätze und kühlere Stellen bachaufwärts. Die genetische Vielfalt wird gefördert. Strukturvielfalt durch mehr Eigendynamik im Bach schafft Orte zum Überleben.​

Orte am Wasser ​zum Wohlfühlen​

Plätscherndes Wasser als Wohltat: Wo Mauern beseitigt, Ufer abgeflacht und Schatten spendende Gehölze gepflanzt werden, entstehen Orte, an denen Menschen ihre Bäche gut erreichen und genießen können.​

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🌍💧 Renaturierung schützt Klima und Artenvielfalt

Unsere Bäche, Flüsse und Auen sind Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten und gleichzeitig echte Klimaschützer. Doch viele Gewässer sind durch Verbauungen, fehlende Durchgängigkeit und zerstörte Lebensräume stark beeinträchtigt.

Mit der europäischen Verordnung über die Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Law) sollen geschädigte Ökosysteme revitalisiert werden. Dafür müssen alle EU-Mitgliedstaaten nationale Wiederherstellungspläne erstellen und Maßnahmen umsetzen, um Naturflächen langfristig in einen guten Zustand zu bringen. 🌱

Auch unsere Gewässer spielen dabei eine zentrale Rolle:
🐟 Wanderfische brauchen durchgängige Flüsse
🌿 Intakte Auen speichern Wasser, CO₂ und stellen einen wichtigen Lebensraum dar
💦 Naturnahe Gewässer stärken die Artenvielfalt und die Klimaresilienz

Die nationalen Wiederherstellungspläne sollen bis September 2026 erstellt werden. Ziel ist es, geschädigte Lebensräume und Arten schrittweise bis 2030, 2040 und 2050 wiederherzustellen.

Denn: Nur vielfältige und gesunde Ökosysteme können uns langfristig schützen. 💙

Derzeit findet die generelle Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Unter https://beteiligung.bundesumweltministerium.de/de/nationaler-wiederherstellungsplan können die Entwürfe eingesehen und bis zum 25. Juni kommentiert werden.

#flussfreiraum #ank #aktionsprogrammnatürlicherklimaschutz #biodiversität #renaturierung
🌊 Du willst etwas für die Gewässer vor Ort bewegen?
Dann werde Teil vom Bachkümmerer-Netzwerk! 🌿
 
Egal ob du einfach naturbegeistert bist, dich ehrenamtlich engagieren möchtest oder schon länger etwas für Bäche und Flüsse in deiner Heimat tun willst – bei uns bist du willkommen.💧
 
Gemeinsam setzen wir uns für lebendige, frei fließende Gewässer in Bayern ein – direkt vor Ort, praktisch und mit Spaß am gemeinsamen Anpacken.
 
👉 Sei dabei und komm ins Bachkümmerer-Netzwerk!
 
Unsere nächste Gelegenheit zum Mitmachen:
📅 Praxis-Schulung am 22. Juni 2026 in Riedenburg
 
Gemeinsam mit dem Altmühl-Fischerei-Verein Riedenburg zeigen wir dir, wie kleiner Rückbau an Bächen funktioniert und warum solche Maßnahmen so wichtig für Fische, Geschiebe, andere Organismen und unsere Natur sind.
 
🌱 Was dich erwartet:
• spannende Einblicke in die Bachrenaturierung
• Austausch mit engagierten Menschen
• Praxiswissen direkt am Gewässer
• gemeinsames Arbeiten im und am Bach
• Rückbau kleiner Abstürze, Pflanzungen & Faschinenbau
 
💬 Das Beste:
Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse – Interesse am Thema und Lust mit anzupacken reichen völlig aus!
 
📍 Treffpunkt:
Fischereiverein Riedenburg
Zur Güterlände 13
93339 Riedenburg-Haidhof
 
⏰ Ablauf:
10:00 Theorie & Austausch
11:00 Exkursion zum Daisinger Bach
12:00 Mittagsimbiss am Wasser
13:00 Praxisarbeit am Altmühlmünster Bach
15:30 Ende
 
📩 Du möchtest dabei sein?
Dann melde dich bis zum 10.06.2026 per Mail bei Pia:
 
Pia Bolkart
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
📱 0151 21985580
📧 pia.bolkart@bund-naturschutz.de
 
🌿 Jeder und Jede ist willkommen, der oder die sich engagieren möchte.
Mach mit – für lebendige Bäche und Flüsse direkt vor deiner Haustür. 💙
 
📷 Foto: FLOW Schulung Netzwerk © Stefan Ossyssek / BUND Naturschutz Bayern
 
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🌊 Freier Fluss oder Sackgasse? – Teil 3

Unser Kiesel hat es nicht geschafft weiterzukommen…
Und das hat auch flussabwärts Folgen.

⬇️ Was passiert unterhalb von Barrieren?

➡️ Es kommt zu wenig neues Sediment an
➡️ Der Fluss „verhungert“ an Material
➡️ Das Flussbett tieft sich mehr und mehr ein

💡 Die Folgen:
• Kies fehlt als Lebensraum
• Ufer und Gewässersohle können stärker erodieren (werden durch die Strömung abgetragen)
• Strukturen im Fluss gehen verloren

🌍 Gleichzeitig gelangen durch intensive Landnutzung Feinsedimente in die Gewässer:
➡️ z. B. durch versiegelte Flächen oder verdichtete Böden

👉 Diese feinen Partikel lagern sich zusätzlich ab
und verschärfen die Probleme im Fluss.

🌱 Was wir brauchen:
• Durchgängige Bäche und Flüsse ohne Barrieren
• Natürliche Strömung
• Einen funktionierenden Sedimenttransport
• breite und funktionale Gewässerrandstreifen

➡️ Nur so kann unser Kiesel seine Reise fortsetzen.
 
Bilder: © Landesfischereiverband Bayern
 
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#sedimenthaushalt #natürlicheprozesse
✨ Fachnetzwerktreffen „Frei fließende Flüsse“ ✨
Rückbauprojekte & Fischlebensräume 🐟💧

Unser Projektpartner WWF Deutschland lädt zum 5. virtuellen Fachnetzwerktreffen „Frei fließende Flüsse“ ein!

Im Fokus steht diesmal die spannende Frage:
Wie können beim Rückbau von Querbauwerken wertvolle Lebensräume für Fische erhalten oder sogar neu geschaffen werden? 🌿🌊

Denn klar ist:
Der Rückbau ist wichtig für die Durchgängigkeit – aber was passiert mit ökologisch wertvollen Strukturen wie tiefen Kolken, die als Rückzugsorte dienen?

👉 Freu dich auf spannende Einblicke aus Praxis & Forschung:
• Kaltwasserpools als Überlebensräume bei Hitze
• Sohlgleiten in Tieflandgewässern als Fischlebensraum & Wanderhilfe
• Wehrrückbau an der Bode und seine Folgen

📅 Donnerstag, 07.05.2026
🕒 15:00–17:00 Uhr
📍 Online via Microsoft Teams
💸 Teilnahme kostenlos & ohne Anmeldung – einfach einwählen!

Weitere Infos & die Einwahldaten für Microsoft Teams findest du auf unserer Homepage fluss-frei-raum.org
👉 Link in unserer Bio!

Sei dabei, vernetze dich und diskutiere mit, wie wir unsere Flüsse wieder lebendiger machen können. 🌊✨

Bildnachweis: © Landesfischereiverband Bayern

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🌊 Freier Fluss oder Sackgasse? – Teil 2

Unser Kiesel ist unterwegs…
Doch plötzlich: Stopp.

Ein Wehr oder ein anderes Querbauwerk blockiert den Fluss.

🚧 Was passiert hier?

➡️ Die Strömung wird langsamer
➡️ Sedimente werden nicht mehr weitertransportiert
➡️ Feine Partikel lagern sich ab

💡 Die Folge:

• Das Wasser steht oder fließt nur noch langsam
• Algen können sich stärker bilden
• Die Gewässersohle verschlammt

👉 Das nennt man auch eine „Kolmation“ der Gewässersohle (Verstopfung).

🐟 Warum ist das kritisch?
• Lebensräume im Kies verschwinden
• Sauerstoff gelangt schlechter ins Flussbett
• Eier und Larven können nicht überleben

🌱 Ein Fluss verliert hier seine Dynamik und unser Kiesel bleibt in der Sackgasse stecken.

➡️ Im nächsten Post erzählen wir dir, was flussabwärts passiert.
 
Bilder: © Landesfischereiverband Bayern
 
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#querbauwerke #kolmation
🌊 Freier Fluss oder Sackgasse? – Teil 1

Ein kleiner Kiesel startet seine Reise in den Bergen – getragen von der Strömung eines natürlichen Flusses.

👉 Diese Sedimentbewegung ist lebenswichtig für unsere Gewässer.

Was ist Sediment?
Sedimente sind alle Materialien, die ein Fluss transportiert:
➡️ Kies, Sand, Schluff (sehr feiner Sand bzw. feines Bodenmaterial) und weitere feine Partikel

💡 Warum ist das wichtig?
Die Gewässersohle (also der Flussboden) besteht oft aus Kies.
Zwischen den Steinen und dem Kies entstehen kleine Hohlräume – das sogenannte Kieslückensystem.

➡️ Hier leben:
• Insektenlarven
• Kleinstlebewesen
• Fischlaich (Eier)

🌿 Und auch an Land spielt Kies eine wichtige Rolle:
Kiesbänke entlang von Flüssen bieten Lebensraum für standorttypische Pflanzenarten und dienen bestimmten Vogelarten als Brutplätze.

🐟 Das Problem:
Wenn sich zu viel feines Material ablagert, werden diese Lücken verstopft.
➡️ Sauerstoff fehlt
➡️ Fischlarven können ersticken
➡️ Insektenlarven verlieren ihren Lebensraum

🌱 Ein gesunder Fluss bedeutet:
Der Kies bleibt in Bewegung und die Lebensräume bleiben offen.

➡️ In den nächsten Posts folgen wir unserem Kiesel weiter…

Bilder: © Landesfischereiverband Bayern

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#sedimenttransport #artenvielfalt