KlimaresilienteBÄCHE UND FLÜSSE
IN BAYERN

Rinnigstraße 2, 96250 Ebensfeld 
30.09.2026 - 01.10.2026
Gewässerschulung für lebendige Bäche: Theorie- und Praxisschulung für Naturparke und andere Interessierte
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Reichermühle, Laberweinting
14.10.2026 - 09:30 Uhr – 18:00 Uhr
Praxisschulung: Monitoring an der Kleinen Laber
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Die Lebensräume zahlreicher wassergebundener Tier- und Pflanzenarten sind bedroht, da der Mensch die Fließgewässer staut, begradigt und verschmutzt. Das gilt auch im „Wasserland Bayern“ mit seinem 100.000 Kilometer langen Gewässernetz.

Zur Lage in Bayern

 

Das Projekt Fluss.Frei.Raum wird gemeinsam von WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Bayerischer Kanu-Verband und Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld umgesetzt. Die Organisationen bündeln ihre Expertise und ihr Engagement, um gemeinsam mit weiteren Partnern für eine ökologische Zukunft der Bäche und Flüsse zu kämpfen.

Welche Unterschiede macht eine Renaturierung
in Bächen und Flüssen

Vor dem
 Rückbau
Nach dem 
Rückbau

Versperrter Weg: ​aufwärts für Fische, ​abwärts für Kies

Bereits niedrige Abstürze ab 15-20cm sind für kleinere Fische zu hoch zum Hinaufspringen und unterbrechen wichtige Wanderwege. ​ Größere Barrieren halten Sedimente zurück, die bachabwärts neue Lebensräume schaffen.

Verlust an ​Lebensraumqualität in aufgestautem Wasser​

​Stehendes Wasser erwärmt sich schneller, wärmeres Wasser enthält weniger Sauerstoff. Schlamm lagert sich in stehendem Wasser am Bachgrund ab, geeignete Orte zur gesunden Entwicklung der Eier sowie die „Kinderstube“ der im Kies laichenden Fische entfällt. Die Selbstreinigungskraft des Bachs schwindet.

Sicherheitsrisiko ​durch marode Querbauwerke​

Viele Stau-Bauwerke sind nicht mehr in Nutzung und marode, die Standsicherheit oft fraglich. Alte Wehre müssen bei Hochwasser teils handbetrieben und schnell geöffnet werden - eine Belastung für die Verantwortlichen und ein Risiko für Anlieger.

Begrenzte Anpassungsoptionen an Klimaextreme​

Einheitliche und wenig vernetzte Lebensräume sind riskant: es mangelt an Möglichkeiten, Orte zu erreichen, die ein Überleben in Stresszeiten ermöglichen. Isolierte Populationen sterben schneller aus. Bäche ohne Eigendynamik verarmen an Strukturvielfalt und Lebensräumen. ​

Verbaute Bäche​ ohne Zugang ​für die Menschen

An vielen Querbauwerken sind die Ufer mit Mauern gesichert. An solchen Stellen ist der Bach nicht mit der umgebenden Aue vernetzt - und oft auch kein Ort, an dem Menschen das Wasser genießen können.​

Freier Weg: ​ aufwärts für Fische, ​ abwärts für Kies

Werden funktionslose Barrieren entfernt, können Fische wieder uneingeschränkt bachaufwärts wandern. Wo größere Barrieren verschwinden, bringen höhere Wassermengen im Fluss wieder Nachschub an Steinen und Kies als Baustoff für dynamische Lebensräume bachabwärts.

Luft zum Leben und​ Raum zum Laichen ​in fließendem Wasser

Fließendes Wasser bleibt kühler und kann mehr des lebenswichtigen Sauerstoffs halten. ​ Ohne stauende Barrieren werden Feinsedimente weitergespült, im Kies-Lücken-System kann der Fischlaich wieder gedeihen und in flachen Uferbereichen aufwachsen.​

Keine Gefahr ​durch marode Querbauwerke

Wird marode Infrastruktur entfernt, kann sie bei Hochwasser keinen Schaden mehr anrichten. Auch die Gefahr durch Verklausung und unbeabsichtiges Aufstauen ist gebannt.​

Höhere Widerstandskraft​ im Klimawandel

Lebensraumvernetzung ist Risikovorsorge: Fische erreichen in heißen Sommern Laichplätze und kühlere Stellen bachaufwärts. Die genetische Vielfalt wird gefördert. Strukturvielfalt durch mehr Eigendynamik im Bach schafft Orte zum Überleben.​

Orte am Wasser ​zum Wohlfühlen​

Plätscherndes Wasser als Wohltat: Wo Mauern beseitigt, Ufer abgeflacht und Schatten spendende Gehölze gepflanzt werden, entstehen Orte, an denen Menschen ihre Bäche gut erreichen und genießen können.​

Aktuell auf Instagram

🌊 Am 27. September ist Internationaler Tag der Flüsse. 🌊 

Wusstet ihr, dass ein Kiesel eine Menge über einen Fluss erzählen kann? 🪨 

Woher er kommt. 

Wie weit er reisen kann. 

Und warum seine Reise vielerorts vorzeitig endet. 

Vom Gebirge ins Tal wird ein Kiesel vom Wasser transportiert, abgelagert und wieder mitgenommen. Dabei bewegt er nicht nur sich selbst: Kies und Sedimente gestalten den Fluss, formen Strukturen und schaffen Lebensräume für Fische, Kleinstlebewesen und viele andere Arten. 

Doch was passiert, wenn sich ihm ein Wehr oder eine andere Barriere in den Weg stellt? 

Dann endet seine Reise vorzeitig – und mit ihr werden wichtige natürliche Prozesse im Fluss unterbrochen. Für den Kiesel ist das ein Hindernis. Für den Fluss verändert es vieles: Aufstau verändert die Bedingungen im Gewässer – zum Beispiel Strömung und Temperatur. 

Gerade nach einem Sommer mit Trockenheit und niedrigen Wasserständen wird deutlich, wie wichtig lebendige Gewässer sind. Sie brauchen Raum, Dynamik und Durchgängigkeit, damit ihre natürlichen Funktionen erhalten bleiben. 

🪨 Was ein kleiner Kiesel über unsere Flüsse erzählt – und warum seine Reise vielerorts vorzeitig endet: 

Die ausführliche Geschichte gibt es auf unserer Website. 

👉 Link in der Bio 

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Nicht nur Tiere können invasiv sein – auch Pflanzen verändern unsere Gewässer.
 
Sogenannte Neophyten wurden durch den Menschen in neue Regionen gebracht und können sich dort stark ausbreiten.
 
Einige Arten verdrängen heimische Uferpflanzen. Dadurch verändern sich Lebensräume für Insekten, Vögel und andere Tiere.
 
Gerade naturnahe Ufer mit vielfältiger Vegetation sind besonders wichtig, damit heimische Arten erhalten bleiben.
 
🌿 Lebendige Flüsse brauchen vielfältige Ufer.
 
Denn sie schützen nicht nur die Artenvielfalt – sie machen unsere Gewässer auch widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.
 
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🐟 Fische können einer Hitzewelle nicht einfach entkommen.
 
Steigt die Wassertemperatur, sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser. Gleichzeitig steigt der Sauerstoffbedarf vieler Fischarten.
 
Besonders empfindlich reagieren Forellen und Äschen. Karpfenartige vertragen höhere Temperaturen und den damit verbundenen geringeren Sauerstoffgehalt meist etwas besser.
 
Kommt zusätzlich Niedrigwasser hinzu, kann es im schlimmsten Fall zu einem Fischsterben kommen.
 
⚠️ Solltest du tote Fische entdecken:
• Informiere die Polizei (mit Angabe von Ort, Gewässer und einer kurzen Schilderung des Sachverhalts).
• Verständige die Fischereiberechtigten oder die zuständigen Behörden.
• Entferne die toten Fische möglichst nicht selbst.
 
Nur durch eine schnelle Untersuchung durch Behörden, Fischereiberechtigte oder die Polizei lässt sich die Ursache feststellen und können gegebenenfalls weitere Maßnahmen eingeleitet werden.
 
📄 Einen Leitfaden zum Vorgehen bei Fischsterben findest du beim Bayerischen Landesamt für Umwelt:
https://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/umweltschadensfaelle/fischsterben/index.htm
 
Weiter Infos findest du auch im Hitze-Notfallflyer vom Landesfischereiverband Bayern:
https://www.lfvbayern.de/publikationen
 
💧 Damit es gar nicht erst so weit kommt, ist es wichtig, Gewässer während Hitzeperioden aufmerksam zu beobachten. Verhalten sich die Fische auffällig? Sind über längere Zeit hohe Wassertemperaturen messbar? Solche Beobachtungen können helfen, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen.
 
🌿 Naturnahe Gewässer mit ausreichend Beschattung und einer guten Durchströmung können Hitze und Sauerstoffmangel besser ausgleichen und solche Belastungen abfedern.
 
Fotos: © Landesfischereiverband Bayern
 
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